Dienstag, 17. Juli 2007

So ein (Büro)tag so wunderschön wie heute...

Die Hitze macht mich dumm und mein Kopf tut weh, weil er wetterfühlig ist. Ich erahne ein Gewitter. Möge es nur endlich kommen und mir den Druck hinter den Augen nehmen und meinen Zucchini im Garten Wasser spenden, da schaffe ich es nämlich heute nicht mehr zum Gießen hin. Denn ich habe den Schreibtisch stapelweise voller Zeug, das ins Archiv rein soll - ich weiß nicht, wo ich anfangen soll, was mich ausbremst , so dass ich am liebsten gar nix machen würde. Ich ersticke in Anfragen zu Zeug, das aus dem Archiv raus soll - von Nutzern, die dringend einen Kurs in Zeitmanagement brauchen. Wochenlang liegen behördliche Anforderungen nach Dokumenten auf deren Schreibtisch und einen Tag vorm letzten Termin wenden sie sich mit EILT ans Archiv und werfen es mir auf meinen Schreibtisch. Drüber reden bringt nix, danke für den Tip, aber das sind unglaubliche Ignoranten. Ich sollte sie allesamt auflaufen lassen, aber ich bringe es nicht über mein dokumentarisches Herz.
Der Getränkeautomat ist leer und ich fühle mich sensationell urlaubsreif. Manchmal geht man an einem solchen Tag am besten einfache nach Hause und denkt erst am nächsten Tag über die Konsequenzen nach: Höhere Stapel, wütende Nutzer, verstrichene Timelines, und Mahnungen, Kosten, Klagen für die Firma, Bankrott, schlechte Presse, 1500 Arbeitslose - jahahaha, da ist eine ganz schöne Last auf meinen Schultern.... Also, heimgehen is nich.
Mein Blick fährt den Stapel Arbeit entlang als ich mich zu meinem Knöchel hinabbeuge um mich an einem Mückenstich zu kratzen, einem von vielen, vor allem von vielen mehr als noch gestern. Wo hab ich heut nacht nur rumgelegen? Ach ja, aber daran kann’s nicht liegen. Auf meinem Dekolleté prangt auch ein Stich, ein richtiger Placken. Ich hab ja die Angewohnheit, auf die Stiche drauf zu hauen, weil das kurz betäubt und erleichternder wirkt als kratzen. Aber ich kann mir ja im Büro nicht in unregelmäßigen Abständen aufs Dekolleté klatschen, auch nicht in regelmäßigen. Schlimm genug, dass ich mit einer Büroklammer im Haar zum Kopierer gegangen bin – die hatte ich als Haarklammer missbraucht, weil mir beim Schreiben der Pony ständig ins Gesicht gefallen ist. Super Lisa-Plenske-Look.
Als ich zweimal an dem vorstehenden Schlüssel meines Schreibtischcontainers hängen bleibe und mir zwei sofort knubbelig werdende Hämatome anschaffe, die immerhin von den Stichen ablenken, platzt mir der Kragen. Was aber keine Folgen hat. Es hilft ja nix, einer muss es tun, heute halt ich.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

...mein (ehrliches!) Beileid aus der ferne!
eMWe